Gerechte Punkteteilung im Derby
09.05.2011 - Julian Grundler
Auch im vierten Aufeinandertreffen verwehrten die Singener dem F-Team des SC Pfullendorf den ersten Derbysieg. Dabei hatte der fixe Daniel Malek per Kopf nach 78 Minuten die 1:0-Führung besorgt, als eine Eckballeingabe von Todor Staykov in der Singener Deckung heillose Verwirrung stiftete.
Doch der Spielstand hielt nur fünf Minuten. Dann profitierte Habilj Jonuzi davon, dass ihn Gegenspieler Daniel Hörtkorn gewähren ließ, er feuerte den Ball auf halblinks zum 1:1 ins lange Eck. Ein gerechtes Remis für diesen Frühsommerkick in der Geberit-Arena, der die 150 Besucher erst in einer brisanten Schlussphase halbwegs entschädigte.
Beide Trainer schienen über den Teilerfolg nicht sonderlich glücklich zu sein. SCP-Coach Adnan Sijaric wollte das latent vorhandene Abstiegsrisiko verschwunden wissen und bedauerte, „dass wir den Sieg nicht hingekriegt und uns für die bessere zweite Halbzeit nicht belohnt haben“. Singens Trainer Slobodan Maglov führte die raren Höhepunkte auch auf eine von beiden Seiten nur mit einer Angriffsspitze bestückten Offensive zurück und meinte: „Mit dem Punkt bin ich nicht zufrieden, aber vom Ablauf her ist's okay!“
In der Tat zeigten die beiden Kontrahenten viel Respekt voreinander. Ihre Devise hieß „safety first“. So lieferte man sich zwar einen Kampf auf Augenhöhe, doch das Geschehen im geballten Mittelfeld plätscherte vor sich hin. Bei Pfullendorf blieb Angreifer Ardian Kalludra allein auf weiter Flur. Lediglich Hörtkorn prüfte den Singener Torsteher Eric Sciocchetti. Bei den Gästen suchte der mitgereiste Anhang die Durchschlagskraft bis zur Pause vergeblich. Einzige Gefahr beschwor Timo Wernes Bogenlampe aufs eigene Tor herauf, von der sich aber SCP-Torsteher Matthias Demmer nicht überlisten ließ.
In der zweiten Hälfte registrierte Sijaric eine erhöhte Quote an eigenem Ballbesitz, doch Torchancen wie jene von Andreas Frick zum möglichen 2:1 resultierten erst zum Schluss daraus. Die Singener beschränkten sich aufs Konterspiel, wobei ein Freistoß von Fabian Wilhelmsen aus 22 Metern den Pfullendorfer Goalie beschäftigte, der gegen Aydemir Demir unglaubliches Glück hatte, dass dieser seine Tausendprozentige zum 1:1 nicht zu verwerten vermochte. Wie sehr er denn sein Sturm-As Neno Rogosic vermisst habe – Maglov reagierte auf diese Frage etwas unwillig, da er dessen Abgang (wir berichteten) nicht für sehr charakterstark hält: „Neno hat unsere Mannschaft im Stich gelassen!“ Zwar sei die Perspektive auf den zweiten Platz weiterhin vorhanden. Doch es würde schwer, „wenn nicht alle bereit sind, sich zu steigern“. (jüw)
Quelle:Südkurier
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