FC Singen will die Weichen stellen
29.01.2012 - Julian Grundler
Der FC Singen 04 rüstet sich für die Rückrunde der Fußball-Verbandsliga. Um das Ziel, den Aufstieg in die Oberliga zu erreichen, haben die derzeit mit vier Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze führenden Akteure um Trainer Bobo Maglov den Übungsbetrieb aufgenommen.
Aber auch in der Vereinsführung gibt es rege Tätigkeiten, die eng mit dem angestrebten sportlichen Erfolg verknüpft sind. Dazu sollen neue Marketing-Konzepte umgesetzt werden. „Unsere Ausgaben sind immens“, berichtet Teammanager Frank Renz. Bei einem jährlichen gesamten Vereinsbudgets, inklusive Jugendabteilung, von gut 250 000 Euro wirkten sich vor allem die hohen Abgaben an den Fußballverband und die sprunghaft teurer werdenden Beiträge an die Berufsgenossenschaft für die Versicherung der Spieler belastend aus. Solche Bürden brächten derzeit den Zweitliga-Eishockey-Club, Tower Stars Ravensburg, an den Rand des Ruins. „Der Verein hat mit allen Spielern der Ersten Mannschaft Verträge im Mini-Job-Bereich abgeschlossen und muss neben den Gehältern etwa 50 Prozent an Nebenkosten, wie Sozialabgaben, aufbringen“, so Renz.
„Wir stöhnen darunter, dies alles erwirtschaften zu müssen“, sagt Roland Grundler, erster Vorsitzender des FC Singen. Immer mehr sei der Verein von den Sponsorengeldern abhängig. Ein neues Marketing-Team arbeite ständig an neuen Konzepten, um Unternehmen über Werbemöglichkeiten für eine finanzielle Unterstützung zu gewinnen. Sehr erfolgreich gestalte sich die Gründung eines Clubs 500, so Grundler. Das Konzept: Bis zu 500 Spender können einmalig ab 100 Euro einzahlen, um dann an prominenter Stelle im Clubheim namentlich auf einer Tafel genannt zu werden. „ Schon nach kurzer Zeit haben wir über 6000 Euro zusammen“, so Grundler. Der Vorteil sei, dass beim Club 500 auch Privatpersonen mitmachen könnten, um ihre Verbundenheit zum Verein zu zeigen.
Ein großes Problem bereite der marode Zustand des Hohentwielstadions. „Es handelt sich um einen Naturrasen mit Humus als Untergrund. Die damit verbundene permanente Unebenheit ist nicht in den Griff zu bekommen, obwohl die Stadt alles Mögliche tut, um das Spielfeld in einen guten Zustand zu bringen“, so Grundler. Das sei aber, wie durch das Auffüllen von teurem Quarzsand, sehr teuer.
Eine Lösung sieht Grundler nur darin, den Rasen bei geschätzten Kosten von etwa 500 000 Euro komplett zu erneuern, auch um wettbewerbsfähig zu bleiben. Für eine bessere Fußball-Atmosphäre müsste auch die Aschenbahn entfernt werden, indem Erdbewegungen das Spielfeld näher an die Tribüne verlagern, so Grundler. Er hoffe, dass im Rahmen des Sportentwicklungsplans der Stadt Singen das Projekt Stadion-Umbau mit Gesamtkosten von etwa einer Million Euro zeitnah verwirklicht werde. Auch, um eine dringend nötige Flutlicht-Anlage zu installieren. Nach dem Wegfall des beleuchteten alten Kunstrasens müsse ein Teil der 250 Jugendlichen und der Aktiven sogar im Mondschein des Stadions trainieren. Grund: Auf dem einzig hellen Trainingsplatz, dem neuen Kunstrasenspielfeld, tummelten sich zeitgleich mehrere Mannschaften und sorgten für große Engpässe.
Jetzt gelte es, gemeinsam das Projekt Oberliga-Aufstieg zu verwirklichen. „Das wird schwer genug“, sagt Frank Renz. Sollte es klappen, müsse der bisherige Etat von etwa 70 000 Euro durch die höheren Anforderungen verdoppelt werden „Wir setzen weiter auf junge Spieler der Region, wie Gino Pace, Sven Körner, Marcel Schmidt und Sebastian Stark“, betont Renz. Das schaffe auch Verbundenheit mit den Fans.
Quelle:Südkurier
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