FC Singen 04 e.V.
Offizielle Homepage

1.Mannschaft : Spielbericht Oberliga Baden-Württemberg, 15.ST (2012/2013)

FC Singen 04   Stuttgarter Kickers II
FC Singen 04 1 : 2 Stuttgarter Kickers II
(0 : 1)
1.Mannschaft   ::   Oberliga Baden-Württemberg   ::   15.ST   ::   10.11.2012 (14:30 Uhr)

Spielstatistik

Tore

Mustafa Akgün

Zuschauer

280

Torfolge

0:1 (30.min) - Stuttgarter Kickers II per Elfmeter
0:2 (46.min) - Stuttgarter Kickers II
1:2 (82.min) - Mustafa Akgün

Spielbericht

Es ist seltsam mit dieser Hoffnung: Je kleiner sie ist, desto mehr klammert man sich an sie: „Wir geben nicht auf. So lange wir noch hoffen können, kämpfen wir weiter“, sagte Frank Renz, Teammanager des FC Singen 04, nach der bitteren 1:2-Niederlage des Tabellenletzten gegen die Stuttgarter Kickers II.

Es war eines dieser Schlüsselspiele, eines, das mit aller Macht hätte gewonnen werden müssen. Nicht durch Schönspielerei oder Zauber-Tore per Hackentrick, sondern mit erbittertem Kampf und unermüdlichem Einsatz. Und obwohl die Singener wieder leer ausgingen, äußerst unglücklich gegen den Tabellennachbarn verloren, schöpften die Verantwortlichen doch seltsamerweise wieder Zuversicht in Sachen Klassenerhalt. „Das war spielerisch das Beste, was wir in der Oberliga bisher abgeliefert haben. Das lässt hoffen“, gab sich Singens Vorsitzender Roland Grundler bemüht optimistisch.

In der Tat hatten seine Spieler vor allem in der zweiten Hälfte nicht nur den geforderten Kampf und Einsatz gebracht, sondern auch spielerisch überzeugt. Mit durchdachten Aktionen und überlegtem Spiel nach vorne über die Flügel setzten die Singener die kleinen Kickers unter Druck und erarbeiteten sich gute Chancen. Und auch die Defensive zeigte sich verbessert, was vor allem an der Rückkehr von Torhüter Eric Sciocchetti lag. Im Vergleich zu Marijan Tomasic, der wegen eines abgelaufenen Visums wieder zurück nach Kroatien musste und der Notlösung nach Sciocchettis Verletzung durch Singens Kreisliga-Keeper, strahlt der Italo-Amerikaner mehr Ruhe in brenzligen Situationen aus, wie etwa beim gefährlichen Volleyschuss von Daniel Kaiser (25.), was sich auch auf seine Vorderleute auswirkt.

Als allerdings Omar Jatta in der 30. Minute Sciocchetti zum Privat-Duell vom Elfmeterpunkt aus herausforderte, nutzte dem Singener Keeper alle Gelassenheit nichts. Mit gütiger Hilfe der Latten-Unterkante traf der Kickers-Stürmer zum 1:0 – zu diesem Zeitpunkt eine eher glückliche Führung für die Schwaben. Und der nächste Nackenschlag für die Singener folgte kurz nach dem Wechsel. Ein kollektiver Aussetzer in der Defensive führte zum 0:2 durch Tobias Heim. Nach den jüngsten beiden Klatschen mit der Bilanz von 0:9 Toren musste man nun erneut das Schlimmste befürchten. Doch weit gefehlt. Der FC Singen 04 gab sich nicht geschlagen, kämpfte, ackerte und überzeugte auch spielerisch. Fabian Wilhelmsens gut getimte Flanken sorgten für viel Gefahr vor dem Kickers-Tor, vor allem, wenn sie in Mustafa Akgün einen Abnehmer fanden. Als dieser zehn Minuten vor Schluss im Kickers-Strafraum in die Zange genommen wurde und zu Fall kam, forderten die Singener einen Strafstoß, den ihnen Schiedsrichter Simon Hirzel aber verwehrte. Zwei Minuten später keimte dann tatsächlich wieder Hoffnung auf, als Akgün nach feiner Einzelleistung den Anschluss herstellte. Weitere gute Singener Chancen folgten in einem Spiel auf ein Tor. Doch als der stramme Schuss von Wolfgang Narr (89.) zuerst von Torwart Güvenc abgewehrt und der gefährliche Abpraller dann von einem Kickers-Abwehrspieler auf der Linie per Fallrückzieher geklärt wurde, war die Messe gelesen.

Nur Beten hilft jetzt noch beim Blick auf den Tabellenstand, bei zwölf Punkten Rückstand auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz. Und doch scheint der Glaube an die Rettung noch nicht abhanden gekommen zu sein bei den arg gebeutelten Spielern. „Heute hat man deutlich gesehen, dass wir spielerisch mithalten können. Wir sind noch lange nicht tot“, sagte Gino Pace trotzig nach dem Schlusspfiff.

Und auch sein Trainer Daniel Wieser zeigte sich kämpferisch: „Heute hat die glücklichere Mannschaft gewonnen – nicht die, die alles gegeben hat.“ Dass er auf seinen Stürmer Marcel Schmidt in diesem so wichtigen Spiel verzichtet hatte, begründete Wieser mit der beruflichen Verhinderung seines Goalgetters. Gerüchte, nach denen Schmidt wegen seiner Nichtberücksichtigung im vorangegangenen Spiel gegen Kehl verstimmt und deshalb die ganze Woche dem Training ferngeblieben war, wies der Singener Coach von sich. Aus taktischen Gründen habe er Marcel Schmidt in Kehl nicht eingesetzt, plane aber weiterhin mit dem bulligen Angreifer. Doch auch ohne ihn hat der FC Singen 04 „Moral gezeigt. Wir stehen immer wieder auf“, lobte Wieser seine Mannschaft und bemühte zum Schluss noch eine alte Floskel: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Die Hoffnung ist zwar noch nicht gestorben an diesem trüben Novembertag in Singen. Man muss aber, bei allem Optimismus, mit dem Schlimmsten rechnen.


Quelle: Südkurier