FC Singen 04 e.V.
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EINER DER GANZ GROßEN ZWISCHEN DEN PFOSTEN

Michael Wik, 23.09.2021

EINER DER GANZ GROßEN ZWISCHEN DEN PFOSTEN

Zum Tod von Torwart Günter Wienhold, der nach seiner Zeit beim FC Singen 04 in Frankfurt und später beim SC Freiburg für Furore sorgte

 

Anfang der 1970er-Jahre gab es eine ganze Reihe von Fußballfeiertagen im Singener Hohentwielstadion. Sowohl 1971 als auch 1972 stand der FC Singen 04 als Meister der legendären Schwarzwald-Bodenseeliga dicht vor dem Aufstieg in die Zweitklassigkeit, in die damalige Regionalliga. Die Blau-Gelben scheiterten jeweils denkbar knapp, etwa 1972 im Entscheidungsspiel nach einer 0:1-Niederlage gegen Waldhof Mannheim. Einer der Pfeiler der damaligen Singener Erfolgself war der Torhüter, war Günter Wienhold. Vor wenigen Tagen ist Wienhold nach langer Krankheit im Alter von 73 Jahren verstorben. Im Jahr 1968 war der gebürtige Duisburger zum FC Singen 04 gekommen, da seine Chancen, beim MSV Duisburg an Manfred Manglitz, damals einer der besten deutschen Torhüter, vorbeizukommen, eher gering waren. Aber auch in Singen hatte er im Tor Konkurrenz. Der junge Keeper aus dem Westen musste sich mit dem FC-Urgestein Herold Görigk auseinandersetzen. "Wir haben uns harte Duelle geliefert. Aber er war schon ein klasse Torhüter", lobt der heutige Ehrenpräsident des FC 04 seinen ehemaligen Rivalen, "er war sowohl auf der Linie als auch bei der Strafraumbeherrschung stark."

Und der Umweg über Singen sollte sich für den ehrgeizigen Torhüter als Glücksfall erweisen. Der damalige Singener Trainer Werner Zehner hatte einen guten Kontakt zu Jupp Derwall, der  spätere Bundestrainer war damals noch Co-Trainer von Bundestrainer Helmut Schön und in dieser Funktion auch für die deutsche Amateurnationalmannschaft verantwortlich. Auf Empfehlung Zehners debütierte Wienhold am 12. Januar 1972 in der Amateurnationalmannschaft, die sich auf die Olympischen Spiele in München vorbereitete. Der Auftakt eines ereignisreichen Jahres in Wienholds Karriere. Denn nach den Aufstiegspartien mit dem FC Singen 04 standen die Spiele in München an und Wienhold war auch hier die Nummer 1. Zwar reichte es nicht für eine Medaille, aber im Olympiateam spielten neben Uli Hoeneß und Ottmar Hitzfeld auch die Frankfurter Bernd Nickel und Jürgen Kalb, die Wienhold ihrem Heimatclub wärmstens empfohlen. Bis 1977 bestritt er 69 Bundesliga-, 14 DFB-Pokal- und sechs Europapokalspiele für die Hessen. In dieser Phase fiel dann auch sein Karrierehöhepunkt, der DFB-Pokalsieg 1975. 1978 wechselte er zum Zweitligisten SC Freiburg. "Ohne Günter Wienhold wäre der Sport-Club nach seinem Aufstieg 1978 wohl sang- und klanglos wieder aus der Zweiten Liga abgestiegen!", wird Wienholds Leistung auf der SC-Homepage gewürdigt und weiter: "Der Sport-Club trauert um einen außergewöhnlichen Sportler, unser Mitgefühl gilt seiner Familie." 1989 absolvierte er mit 41 Jahren sein letztes Spiel für Freiburg.


Quelle:SÜDKURIER